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29.01.11: Solidarität mit dem Aufstand in Ägypten | Drucken |
»Mubarak, dein Flugzeug wartet«
Während in Ägypten Massen gegen die Diktatur revoltieren, fanden am Freitag in Berlin und Frankfurt am Main Solidaritätskundgebungen mit der aufständischen Bevölkerung statt. Frank Eßers war in Berlin dabei.

Das Mubarak-Regime versucht, die aufständische Bevölkerung zu isolieren und legte die Handynetze total sowie das Internet weitgehend lahm. Doch weltweit zeigen Menschen auf der ganzen Welt ihre Solidarität mit den Ägyptern. Auch in Deutschland. In Berlin (siehe Diashow) und Frankfurt am Main demonstrierten am gestrigen Freitag jeweils etwa 150 Menschen - in Berlin vor der ägyptischen Botschaft, in Frankfurt vor dem ägyptischen Konsulat.

Man kann es, wenn man will, als Omen nehmen, dass die Flagge der ägyptischen Botschaft in Berlin schlaff herab hängt, als wir uns auf der anderen Straßenseite gegenüber dem Gebäude versammeln. Wann fällt das ägyptische Regime endlich? Diese Frage bewegt hier alle.

Diashow: Solidaritätskundgebung vor der ägyptischen Botschaft in Berlin

(Falls hier keine Diashow angezeigt wird: Zu den Fotos...)


Seit Tagen ist Diktator Hosni Mubarak auf Tauchstation gegangen. Gerüchte kursieren. Aber dass er sich an seinem tunesischen Kollegen Ben Ali ein Beispiel genommen und bereits außer Landes geflohen ist, glaubt hier niemand. Deswegen wird lautstark auf deutsch und arabisch die Empfehlung skandiert: »Raus, raus Hosni Mubarak«. Einer der Mitdemonstrierenden fragt mich: »Kannst du mal halten?« - gemeint ist ein Zipfel eines Transparentes, das ich mit aufspannen soll. Klar, kann ich – und muss grinsen: Der Slogan darauf lautet: »Mubarak, dein Flugzeug wartet«. Hoffentlich kann das auch der Botschaftsmitarbeiter lesen, der uns fleißig fotografiert.

Dass es sich hier nicht einfach um eine vereinzelte und kleine Kundgebung handelt, sondern dass wir uns als Teil einer viel größeren Bewegung fühlen, bringt einer der Teilnehmer zum Ausdruck. Lächelnd hält er ein Schild hoch, auf dem steht: »Das ist keine Demonstration, sondern eine Revolution gegen Mubarak«.

Doch worum geht es eigentlich? Es geht um »Brot, Freiheit, soziale Gerechtigkeit« – unser Ruf hallt laut in Richtung Botschaft. Mehr als die Hälfte der 78 Millionen Ägypter lebt unter der internationalen Armutsgrenze. Und darum, dass Schluss ist mit der Folter und der Unterdrückung von Meinungsfreiheit und sozialen Rechten.

Der heutige Protest ist ein Anfang. Für morgen sind bereits zwei weitere Demonstrationen in Berlin geplant.

Derzeit zeigt sich die Anteilnahme der Bevölkerung in Deutschland noch vorwiegend im Netz. Auf Blogs, bei Facebook und Twitter reißen die Meldungen über den Fortgang der Ereignisse in Ägypten und Solidaritätsbekundungen mit der revoltierenden Bevölkerung nicht ab.

Doch es ist wichtig, auch auf der Straße Gesicht zu zeigen. Denn nur hier wird der Protest für die Masse jener greifbar, die nicht zur Web 2.0-»Gemeinde« gehören. Und nur auf der Straße, in Betrieben, an Schulen und Universitäten können wir auch ausreichend Druck aufbauen: Auf die deutsche Regierung, damit diese das Mubarak-Regime nicht weiter unterstützt. Und auf deutsche Unternehmen, die an Geschäften mit dem Regime gut verdienen.

Später am Abend – die Kundgebung ist lange vorbei – melden die Nachrichten, dass Mubarak doch noch eine Rede gehalten hat. In der kündigt er den Rücktritt der bisherigen und die Bildung einer neuen Regierung am Wochenende an. »Wir bewahren, was wir erreicht haben, und wir bauen darauf auf«, sagte er.

Glaubt Mubarak wirklich, dass sich die Ägypter mit einem einfachen Personaltausch abspeisen lassen? Die Massenproteste in Ägypten seit dem 25. Januar zeigten, dass »das Regime viel schwächer ist, als gedacht«, sagte einer der Protestierenden in Frankfurt gegenüber hr-online. Und in Berlin wurde gerufen: »Das Volk sagt, das Regime soll gehen«. Der Pilot sollte schon mal den Motor von Mubaraks Flugzeug warmlaufen lassen.

Zum Autor:
Frank Eßers ist Online-Redakteur bei marx21.de und aktiv in der LINKEN in Berlin-Neukölln.

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marx21, Heft 02/2014, Titelthema: Gefährlicher Kampf um Osteuropa

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