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03.04.2009: Nein zur NATO - Nein zum Krieg | Drucken |
Afghanistan: Mehr Bombentote als je zuvor
Rechtzeitig zum NATO-Gipfel legen zehn Hilfsorganisationen eine Bilanz des Kriegs in Afghanistan vor. Resultat: Noch nie starben so viele Afghanen bei Luftangriffen wie 2008

Die Zahl der zivilen Opfer durch Luftangriffe in Afghanistan steigt (Foto: Ahmad/IRIN)
Die Zahl der zivilen Opfer durch Luftangriffe in Afghanistan steigt (Foto: Ahmad/IRIN)
Allein 2008 brachten die westlichen Besatzungsarmeen in Afghanistan 552 Zivilisten durch Luftangriffe um - 72 Prozent mehr als im Vorjahr. Das berichten zehn internationale Hilfsorganisationen in ihrem gemeinsamen Bericht über die Auswirkungen des Kriegs auf die Zivilbevölkerung.

Das Papier "Caught in the Conflict" richtet sich explizit an die Herrschenden, die auf dem NATO-Gipfel in Strasbourg und Baden-Baden auch über ihren Krieg gegen die Afghanen sprechen. Die Verfasser rechnen durch die Ankündigungen, mehr Soldaten nach Afghanistan zu schicken, mit mehr Vertreibungen und noch schlechterem Zugang zu Hilfe und sozialen Dienstleistungen.

Der Bericht zeigt, wie das Militär bei der Besatzung Afghanistans die Interessen der Bevölkerung mit Füßen tritt. So gibt es praktisch keine Möglichkeiten für die Afghanen, die Besatzungstruppen für Angriffe zur Rechenschaft zu ziehen. Die so genannten Regionalen Wiederaufbauteams (PRT), von denen auch die Bundeswehr zwei stellt, lehnen die Hilfsorganisationen wegen der "Militarisierung der Hilfe" ab. Sie kritisieren, dass der Einsatz der PRT von militärischen Überlegungen geleitet wird.

Die von der deutschen Regierung gefeierte "zivil-militärische Zusammenarbeit" sieht so aus, dass Besatzungstruppen immer wieder ungekennzeichnete weiße Fahrzeuge für Kampfeinsätze benutzen. Die Armeen seien somit auch dafür verantwortlich, dass das Risiko von Angriffen auf Hilfsarbeiter gestiegen sei.

Auch die Institutionen, die in Afghanistan unter dem Besatzungsregime geschaffen wurden, werden von den Hilfsorganisationen in Frage gestellt. Angeblich sollen Ratsstrukturen die Bevölkerung repräsentieren. Aber die Räte werden von der Regierung ins Leben gerufen und die Mitglieder von ihr bezahlt. Die Afghanen sehen in den Räten daher "eher einen verlängerten Arm der Regierung als eine wirklich repräsentative Institution."

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