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27.01.10: Antifaschismus |
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Öffentliches Plakatieren und Probesitzen gegen den Naziaufmarsch |
Zweieinhalb Wochen vor den geplanten
Massenblockaden gegen den Dresdner Naziaufmarsch am 13. Februar
verstärkt das bundesweite Bündnis »Nazifrei - Dresden stellt
sich quer!« seine Aktivitäten. In zahlreichen Städten finden
öffentliche Klebeaktionen mit den von der Dresdner
Staatsanwaltschaft verbotenen Plakaten statt. In Berlin und Dresden
ruft das Bündnis zum »Probesitzen« auf.
Für Donnerstag, den 28. Januar ist ein »Probesitzen« für die Massenblockaden am 13. Februar in
Dresden geplant. Die Aktion wird unmittelbar vor der Sächsischen
Landesvertretung in Berlin-Mitte stattfinden. Bündnis-Sprecherin
Lena Roth: »Unsere Aktion vor der Sächsischen Landesvertretung soll
ein klares Signal nach Dresden senden: Wir werden die Nazis am 13.
Februar durch Sitzblockaden stoppen - auch wenn uns auf der Straße
der Hintern kalt wird.« Zu den Protesten fahren allein aus Berlin
über 15 Busse. Roth: »Die Resonanz ist so groß, dass wir schon
mehrmals Busse nachbestellen mussten.«
Während des »Probesitzens auf
sächsischem Boden«, wie Lena Roth die Aktion bezeichnete, soll in
der Landesvertretung eine gemeinsame Erklärung übergeben werden, in
der gegen die polizeiliche Beschlagnahmung von Mobilisierungsmaterial
protestiert wird. In der vergangenen Woche hatten sächsische Beamte
ein Parteibüro in Dresden und einen Laden in Berlin durchsucht,
woraufhin sich zahlreiche PolitikerInnen und Organisationen mit dem
Anliegen des Bündnisses solidarisierten.
Öffentliches Plakatieren
Parallel rufen unter anderem der
Studierenden-Verband Die Linke.SDS, das antifaschistische Bündnis No
pasarán, die Linksjugend ['solid] und der Liedermacher Konstantin
Wecker für Donnerstag um 16 Uhr zum bundesweiten öffentlichen
Plakatieren der verbotenen Plakate auf. An der Aktion werden auch
Abgeordnete und Prominente teilnehmen, um, wie Lena Roth erklärte,
»der Polizei auf die Finger zu schauen.«
In der sächsischen Landeshauptstadt
findet am Samstag, den 30. Januar, ebenfalls ein »Probesitzen«
statt. Die Dresdner Behörden haben jedoch für die Veranstaltung
scharfe Auflagen erlassen. Dazu erklärt Stefanie Buchmann vom
antifaschistischen Bündnis No pasarán, das auf seiner
Aktionskonferenz im November den mittlerweile breit unterstützten
Blockadeaufruf initiiert hatte: »Was die Dresdner Behörden da
treiben, ist gefährlicher Unsinn: Die Diskreditierung der Proteste
nützt nicht dem Recht sondern den Rechten.«
Probesitzen auch in Dresden
Kritik kommt auch von dem Musiker Bela
B. (Die Ärzte): »Seit Jahren fordern Deutschlands Politiker
Zivilcourage gegen Rechts. Setzen die Bürger dies in die Tat um,
wird selbst eine friedliche Sitzblockade kriminalisiert. Auch ohne
die Unterstützung der Landesregierung muss Europas größter
Naziaufmarsch blockiert werden. Jetzt erst recht!«
Die Aktion findet am Tzirscher-Platz
vor der Synagoge statt. Sie nimmt auch auf den Tag der Machtübernahme
durch die Nazis im Jahr 1933 Bezug. Stefanie Buchmann von No pasarán:
»Der Horror der Nazi-Zeit verpflichtet uns zum Einmischen, zum
aktiven Handeln in der Gegenwart. Deshalb setzen wir uns mit vielen
tausend Menschen am 13. Februar auf die Straße!«
»Probesitzen« Berlin
Do., 28. Januar, 16 Uhr
Sächsische Landesvertretung, Brüderstraße 11/12, Berlin-Mitte
Bundesweites Plakatieren
Do., 28. Januar, 16 Uhr (wenn nicht anders angegeben)
Berlin (»Red Stuff«,
Waldemarstr. 110, Kreuzberg)
Darmstadt (Links-Treff-Georg-Fröba,
Landgraf-Philipps-Anlage 32)
Dresden (15.30 Uhr, Am Altmarkt)
Frankfurt/Main (Große Seestr.
29)
Hamburg (Schwarzmarkt, Kleiner
Schäferkamp, Schanze)
Jena (Holzmarkt)
Leipzig (Liebknechthaus Leipzig,
Braustraße 15)
Wiesbaden (16.30 Uhr, an der Pforte des
Hessischen Landtags, wenn Bannmeile: vor der Absperrung von
Dernsches Gelände kommend)
Weitere Treffpunkte
»Probesitzen« Dresden
Sa., 30. Januar, 14 Uhr
Synagoge, Tzschirner-Platz/Am Hasenberg
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